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Sportland | 10.08.2009 21:05 Uhr

Fußballstammtisch in Meppen - Duell an der Ems

Fans von Kickers Emden © fishing4
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Das nach dem freiwilligen Rückzug aus der Dritten Liga völlig neu formierte Team von Kickers Emden hat zum Auftakt der Oberliga Niedersachsen West einen 2:1-Erfolg beim SV Meppen gefeiert. Gefeierter Held in Reihen der Ostfriesen war Francis Banecki. Der von Hertha BSC Berlin II an die Küste gewechselte Abwehrhüne erzielte beide Kickers-Tore (23., 60.). Sebastian Ferrulli hatte zum zwischenzeitlichen Ausgleich (54.) für die Gastgeber getroffen. 2.963 Zuschauer verfolgten am Freitagabend das mit Spannung erwartete Duell.

Der Fußballstammtisch der Sendung am 10. August steht diesmal im Meppener Emslandstadion. Peter Berg spricht mit seinen Gästen über das Derby SV Meppen gegen Kickers Emden und diskutiert die Probleme und Chancen der Vereine in der noch zweigleisigen Oberliga Niedersachsen. Zum Ende der aktuellen Spielzeit soll sie zu einer Staffel zusammengelegt werden.

In die Sendung eingeladen sind unter anderem:

  • Engelbert Schmidt, Präsident Kickers Emden
  • Rainer Bruns, Sportlicher Leiter Kickers Emden
  • Johann Lünnemann, Trainer Kickers Emden
  • Andreas Kremer, Vorstand SV Meppen
  • Dieter Barlage, Vorstand SV Meppen
  • Reinhold Tattermusch, Ex-Profi und Vorstand SV Meppen
  • Frank Claaßen, Trainer SV Meppen

Das Fußballwunder an der Ems

Vereinslogo des SV Meppen © picture-alliance
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Am 24. Juni 1987 schlug die große Stunde für den SV Meppen: Nach einem 4:2-Sieg über Erkenschwick war der Traditionsverein in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Meppen hatte die Aufstiegsrunde ohne Niederlage überstanden, in der neben Erkenschwick, Arminia Hannover und BVL Remscheid auch Herta BSC zu den Gegnern gehörte. Der Aufstieg in die 2. Liga katapultierte die Emsländer in den erlauchten Kreis des deutschen Profi-Fußballs. Viele glaubten an ein rasches Ende des Abenteuers, doch die Meppener schafften es, sich elf Jahre in der 2. Liga zu halten. Mehr noch: Sie spielten über Jahre eine herausragende Rolle in der Liga und wurden häufig zum Stolperstein für die arrivierte Clubs.

Die Väter des Erfolges

Der Erfolg hat auch im Emsland viele Väter - und das zu Recht. 1912 gegründet, zählte der SV Meppen viele Jahrzehnte lang zu den Leistungsträgern in Niedersachsen. Der Aufstieg in die 2. Liga war daher auch als Ergebnis langjähriger seriöser Aufbauarbeit zu sehen. So gehörten im Aufstiegsjahr einige ehemalige Spieler wie Gerd van Zoest, Walter Bohlen oder Willy Brökerhoff dazu. Trainer der Aufstiegsmannschaft war Rainer Persicke, der es geschafft hatte, die talentiertesten Jugendspieler der Region an den SV Meppen zu binden.

Sportliche und wirtschaftliche Berg- und Talfahrt

Nach dem Abstieg aus der 2. Liga ereilte den SV Meppen ein ähnliches Schicksal wie viele Traditionsvereine. Weil der rasche sportliche Wiederaufstieg nicht gelang, versuchten die Verantwortlichen den Neuaufbau. Doch rasch wurde deutlich, dass die Meppener dabei an ihre wirtschaftlichen Grenzen stießen. Einer der Gründe ist in der Kostenexplosion im Profi-Fußball zu sehen.

Neuer Anfang mit neuen Gesichtern

In der vergangenen Woche rückte der Unternehmer Dieter Barlage in den Vorstand des SV Meppen auf. Barlage ist Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes Emsland. Eine seiner Aufgaben soll es sein, die emsländische Wirtschaft für den SV Meppen zu gewinnen. Barlage erklärte gegenüber NDR 1 Niedersachsen: "Die Marke SV Meppen ist enorm wichtig für den Wirtschaftsstandort Emsland. Sie hat einen hohen Bekanntheitsgrad nicht nur in der Zielgruppe der Fußballfans. Davon können beide profitieren, der Fußball und die Wirtschaft der Region."

Dem Vorstand des SV Meppen gehören darüber hinaus der Unternehmer Andreas Kremer an und der ehemalige Profispieler des SV, Reinhold Tattermusch, der für den sportlichen Bereich verantwortlich zeichnet.

Hoffen und Bangen in Emden

Spielszene Kickers Emden Rot-Weiß Erfurt © fishing4
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Auch Kickers Emden versucht in der Oberliga Niedersachsen den sportlichen und wirtschaftlichen Neuanfang. Über viele Jahre hinweg zählten die Ostfriesen zu den Aufstiegsaspiranten in die 2. Liga. Doch der angepeilte Aufstieg wurde regelmäßig knapp verpasst, so auch in der zurückliegenden Saison.

Zudem wurden die Emder nach Aussage ihres Präsidenten Engelbert von der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage gebeutelt. Der Verein verzichtete auf die vom DFB vorgeschriebene Lizenzierung für die 3. ebenso wie für die 4. Liga. Einer der Gründe lag, so der Verein, in der Stadionsituation. Das zwar altehrwürdige, aber in Teilen nicht mehr repräsentative Emder Stadion entsprach nicht den Lizenzauflagen des DFB. Weil die Stadt Emden über kein den Anforderungen des Profi-Fußballs genügendes Stadion verfügt, gab es für Kickers Emden keine Ausweichmöglichkeit.

Wirtschaftliche Konsolidierung erschwert

Engelbert Schmidt, Präsident von Kickers Emden © fishing4
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Während der Verein in der Oberliga die sportliche und wirtschaftliche Konsolidierung anstrebt, wollen offenbar einige der bisherigen Sponsoren den Weg des Vereins nicht mitgehen. In einer Presseerklärung teilte der Verein mit, dass er gegenüber Sponsoren noch Forderungen in Höhe von 250.000 Euro habe, die bisher nicht gezahlt worden seien. Daher habe Kickers einen Teil der Spielergehälter aus der vergangenen Saison noch nicht zahlen können. Betroffen davon seien die Gehälter aus dem Monat Juli. Der Verein wolle die Gehälter aber gleichwohl überweisen.

Redaktion und Moderation: Peter Berg

Stand: 07.08.2009 21:30
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Beine eines deutschen Fußballspielers © picture-alliance/ dpa Fotograf: Oliver Berg

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01.03.2010 21:05

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