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Weihnachten und den Jahreswechsel hat er im norddeutschen Flachland zu Hause in Räbke bei Braunschweig verbracht, die meiste Zeit im Winter ist Thomas Nolte jedoch in den Skigebieten der Alpen unterwegs, um sich auf die alpinen Wettkämpfe auf dem Monoski vorzubereiten. Ein Tag ist im Terminkalender des Niedersachsen schon jetzt rot unterstrichen: der 12. März. Dann beginnen die Winter-Paralympics in Vancouver. Der Querschnittsgelähmte geht in Kanada in den Einzelwettbewerben in fünf alpinen Disziplinen an den Start und rechnet sich gute Chancen auf olympisches Edelmetall aus. "Mein Ziel ist auf jeden Fall eine Medaille. Wenn ich nur mitfahren wollte, hätte ich nicht so viel trainieren müssen", sagt Nolte.
Eine Goldmedaille hat der Skifahrer schon gewonnen. Bei der Weltmeisterschaft in Korea Anfang 2009 belegte er mit der Mannschaft den 1. Platz und das, obwohl er gar nicht ins Ziel kam. "Ich sage immer, dass ich mich fürs Team geopfert habe", sagt Nolte schmunzelnd und erklärt, wie man trotz eines Sturzes noch Sieger werden kann: "Eine Mannschaft besteht immer aus fünf Leuten, die besten drei werden gewertet. Bei der WM war der Steilhang total vereist. Ich bin als erster reingefahren und habe getestet, ob es geht." Nolte rutschte auf einer Eisplatte weg. Doch von seinen Erfahrungen mit der Piste profitierten die anderen deutschen Läufer, sodass am Ende alle ihren Teil zum Erfolg beigetragen hatten.
Ohne Ausrutscher meisterte Nolte bei der WM im Einzel die Abfahrt und die Super-Kombi, zweimal Platz 4 war der Lohn für die rasanten Fahrten. Bei Geschwindigkeiten bis zu 130 Stundenkilometern gehört eine gehörige Portion Mut dazu, um sich auf dem Monoski den Abhang hinunterzustürzen. Angst habe er nicht, sagt der 27-Jährige, der als Neunjähriger bei einem Autounfall verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist, "Respekt aber auf jeden Fall. Deshalb fahre ich auch lieber mit eingeschaltetem Kopf, aber überwinden muss man sich schon."
Angefangen hat seine Leidenschaft für den alpinen Skisport während eines Winterurlaubs, zu dem ihn seine Patentante eingeladen hatte. 2Ich konnte aber nichts machen, nur zuschauen2, erzählt Nolte. "Wir haben uns dann erkundigt, ob es auch für mich Möglichkeiten zum Skifahren gibt und sind dabei auf spezielle Kurse für Monoski gestoßen. Im nächsten Winterurlaub konnte ich dann auch fahren."
Seitdem lässt ihn das Skifahren nicht mehr los. Kühtai, Pitztal oder Stubaital: Das Mitglied des Top Teams des Deutschen Behindertensportverbandes ist zurzeit viel unterwegs. "Zum Glück habe ich einen toleranten Arbeitgeber", sagt Nolte, der beim Unternehmen e.on Energie from Waste AG in Helmstedt zum Industriekaufmann ausgebildet wird.
Neben dem Beginn der Paralympics hat er sich jedoch noch einen weiteren Termin freigehalten: Die BSN-Gala am 25. Februar in Hannover. Ob Sieger oder nicht, viel Zeit zum feiern wird Nolte nicht haben. Am nächsten Tag fliegt er in die USA nach Aspen, um sich auf das letzte Weltcuprennen vor den Paralympics vorzubereiten. Entgehen lassen will er sich die Gala dennoch auf keinen Fall, zumal er dort mit Ehrengast und Laudator Franz Beckenbauer einen Bekannten trifft. "Beckenbauer gehört zu den sogenannten Schneeforschern Obertauern. Sie unterstützen uns, und ab und an trifft man sich in Obertauern auf der Hütte auf ein Bier." Zeit genug für ein Bier werden Kandidat und "Kaiser" in Hannover garantiert haben.
Mit welchem Sportler/Trainer würden Sie gern einmal zusammenarbeiten?
Mit dem Schalker Fußballtrainer Felix Magath.
Womit belohnen Sie sich nach einer harten Trainingseinheit?
Mit einem heißen Bad.
Wenn sie eine Traumreise machen könnten, wohin würde sie führen?
Irgendwo ins Warme, wahrscheinlich in die Karibik.
Welche kulinarische Sünde erlauben Sie sich?
Ich esse sehr gerne, von daher eigentlich alles was schmeckt, solange es im Rahmen bleibt.
Gibt es eine Lektüre, die sie besonders anregt?
Nicht wirklich, ich lese was kommt.
Bei welchen Musikstücken im Radio möchten Sie am liebsten mitsingen?
Normalerweise singe ich eh alles mit, was ich kenne.
Welchen Verwandten/Freund möchten Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Meine Freundin.
Gewännen Sie eine Medaille bei den Paralympics, wem würden Sie diesen Erfolg widmen?
Eigentlich niemandem Speziellen, sondern allen, die mich unterstützen und an mich glauben.
Sechs Sportler waren für die Wahl zum Behindertensportler 2010 nominiert. NDR 1 Niedersachsen stellt die Kandidaten vor.