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Der deutsche Meister VfL Wolfsburg hat sich alle Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale in der Europa League erhalten. Am Donnerstagabend kamen die "Wölfe" im Achtelfinal-Hinspiel beim russischen Meister Rubin Kasan zu einem 1:1 (0:1). Mit seinem wunderschönen Ausgleichstreffer in der 67. Minute stellte Spielmacher Zvjezdan Misimovic einmal mehr seinen Wert für die Niedersachsen unter Beweis und beruhigte die Gemüter nach seinem jüngsten Flirt mit Schalke 04. "Meine Mannschaft hat sich hervorragend aus der Affäre gezogen und eine gute Leistung abgeliefert. Wir dürfen jetzt aber auf keinen Fall nachlässig in das Rückspiel gehen", sagte VfL-Coach Lorenz-Günther Köstner. Das Rückspiel findet in einer Woche in Wolfsburg statt. Köstner musste den Ausfall von Torjäger Grafite (Adduktoren) und seiner Verteidiger Andrea Barzagli (Rippenprellung) und Jan Simunek (Oberschenkelverhärtung) kompensieren und nahm taktische Veränderungen vor. Barzaglis Part in der Innenverteidigung übernahm Sascha Riether. Der Slowake Peter Pekarik besetzte die rechte defensive Außenbahn und Obafemi Martins stürmte anstelle Grafites neben Edin Dzeko. Im Mittelfeld erhielt Makoto Hasebe den Vorzug vor Ashkan Dejagah.
Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt waren die Norddeutschen zunächst um Stabilität in der Defensive bemüht. Der russische Meister begann dagegen erwartet druckvoll. Doch den Tataren war anzumerken, dass sie noch mitten in der Saisonvorbereitung stecken. Mit spielerischen Mitteln kamen sie der kompakten Abwehr der Köstner-Elf kaum bei und so hatten die Gäste die erste Chance der Partie. Christian Gentner schickte den startenden Dzeko, dessen Schuss aus spitzem Winkel jedoch von Rubin-Keeper Sergej Ryschikow pariert werden konnte (10.). Auf der Gegenseite wurden die Russen erstmals nach einer Flanke aus dem Halbfeld gefährlich. Dzeko verschätzte sich und so standen gleich drei Kasaner Akteure frei vor VfL-Schlussmann Marwin Hitz, doch Aleksandr Orechow köpfte neben das Tor (15.). In der Folgezeit entwickelte sich eine kampfbetonte Partie ohne spielerische Glanzlichter, aber mit viel Tempo. In der 26. Minute musste Martins den schwierigen Platzverhältnissen Tribut zollen, als er in aussichtsreicher Position frei zum Schuss kam, den Ball jedoch nicht richtig traf und weit verzog.
Drei Minuten später die etwas überraschende Führung für Rubin: Cristian Ansaldi tanzte Martins am "Wölfe"-Strafraum aus, flankte an den langen Pfosten, wo Hasan Kabze höher als Marcel Schäfer sprang und auf Cristian Noboa ablegte, der aus drei Metern keine Mühe hatte, den Ball im Tor unterzubringen. Kurz darauf verhinderte Hitz mit einer tollen Parade gegen Aleksandr Boucharow das 0:2 (31.). Die Norddeutschen erholten sich jedoch alsbald vom Rückstand und hatten durch Misimovic (32.) und Gentner (35.) gute Einschussmöglichkeiten. Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Tempo hoch. Beide Teams erspielten sich eine Vielzahl an Chancen. Auf Seiten Kasans sorgte vor allem der quirlige Boucharow für Wirbel. Nach rund einer Stunde ergriff der VfL zunehmend die Initiative und wurde prompt belohnt. Dzeko scheiterte in der 64. Minute noch an Ryschikow, drei Minuten später machte Misimovic es jedoch besser und überwand den Rubin-Schlussmann mit einem herrlichen Schlenzer von der Strafraumgrenze. Am Ende waren die Gastgeber mit dem Remis noch gut bedient, denn Misimovic, der einen Freistoß an die Latte setzte (74.), und Martins (75.) mit einem Kopfball verpassten den Siegtreffer für den deutschen Meister jeweils nur denkbar knapp.
Rubin Kasan - VfL Wolfsburg 1:1 (1:0)
Tore: 1:0 Noboa Tello (29.), 1:1 Misimovic (67.)
Zuschauer: 9.000
Schiedsrichter: Proença (Portugal)
Kasan: Ryschikow - Salukwadse, Orechow, Navas, Ansaldi - Karadeniz (82. Baljaykin), Noboa Tello, Sibaya (80. Murawski), Kasajew (84. Portnjagin) - Hasan - Boucharow
Wolfsburg: Hitz - Pekarik, Madlung, Riether, Schäfer - Josué - Hasebe, Gentner - Misimovic - Martins (83. Dejagah), Dzeko
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