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Glückliche Bremer trotzen Valencia Remis ab

Der Bremer Aaron Hunt (r.) kommt vor Valencias Carlos Marchena an den Ball. © dpa - Bildfunk Fotograf: Carmen Jaspersen
große Bildversion anzeigen Das Bremer Mittelfeld um Aaron Hunt (r.) musste gegen ein furios stürmendes Valencia viel Abwehrarbeit leisten.

Der deutsche Pokalsieger Werder Bremen hält in der Europa League Kurs auf das Viertelfinale. Die Mannschaft von Coach Thomas Schaaf errang am Donnerstagabend in einem hochklassigen Achtelfinal-Hinspiel beim spanischen Top-Club FC Valencia mit viel Glück ein 1:1 (1:0) und hat im Rückspiel am kommenden Donnerstag im Weser-Stadion alle Trümpfe in der Hand. "Wenn wir unsere Chancen heute genutzt hätten, hätten wir ein viel besseres Ergebnis erzielen können", meinte Werder-Kapitän Torsten Frings. Schaaf konnte für die Partie gegen den Tabellen-Dritten der Primera Division seine Bestbesetzung aufbieten. Die Außenverteidiger-Positionen wurden von Petri Pasanen und Clemens Fritz besetzt. Aymen Abdennour und Sebastian Prödl mussten dafür auf der Bank Platz nehmen. Im 4-5-1-System mit Claudio Pizarro als einziger Spitze bildeten Frings und Tim Borowski die "Doppel-Sechs" im defensiven Mittelfeld.

Frings verwandelt sicher vom Punkt 

Werders Mesut Özil (l.) scheitert an Valencia Torwart Cesar Sanchez. © dpa - Bildfunk Fotograf: Carmen Jaspersen
große Bildversion anzeigen Bereits nach fünf Minuten hatte Mesut Özil (l.) die Bremer Führung auf dem Fuß.

Vor 40.000 Zuschauern im Mestalla-Stadion agierten die Hausherren zunächst tonangebend. Nach fünf Minuten verpasste Pablo Hernandez eine scharfe Hereingabe von Ausnahmestürmer David Villa nur knapp. Auf der Gegenseite setzte Mesut Özil einen Schuss aus fünf Metern etwas zu hoch an (5.). Danach verflachte die Partie zunächst. Doch das sollte sich in der 24. Minute schlagartig ändern, als der Referee nach einem leichten Rempler gegen Pizarro auf Strafstoß entschied und Frings vom Punkt sicher zum 1:0 verwandelte (24.). Valencia reagierte nun mit wütenden Angriffen. Mit dem aufgebrachten Publikum im Rücken spielten sich die Hausherren fast im Minutentakt hochkarätige Chancen heraus und ließen die Werder-Abwehr dabei mehr als einmal schlecht aussehen. Doch Ever Banega (27.), David Silva (28.), Villa (29.) und Hernandez (31.) vergaben beste Gelegenheiten. Werder-Keeper Tim Wiese rettete die Bremer Führung, als er einen Gewaltschuss von Banega in Klasse-Manier an den Pfosten lenkte (33.). Im Gegenzug hätte Marko Marin nach tollem Sololauf einen der wenigen Entlastungsangriffe der Grün-Weißen beinahe mit dem 2:0 abgeschlossen (34.). Acht Minuten später zwang der wendige Dribbler mit einem Distanzschuss Valencias Schlussmann Cesar Sanchez zu einer Glanzparade. In dieser Phase hatte die Partie alles, was ein packendes Europacup-Duell ausmacht.

Werder kassiert Ausgleich in Überzahl

Werders Marco Marin (l.) im Duell mit Valencias Angel Dealbert © dpa - Bildfunk Fotograf: Carmen Jaspersen
große Bildversion anzeigen Marko Marin (l.) sorgte mit seinen Aktionen immer wieder für Torgefahr.

Nach der Pause dasselbe Bild: Valencia drängte, Werder konterte. In der 49. Minute hämmerte Pizarro nach schöner Özil-Vorarbeit einen Schuss aufs Tor der Spanier, den Sanchez jedoch exzellent parierte. Valencia antwortete mit einem sehenswerten Gegenangriff, bei dem Hernandez drei Meter vor Wiese kläglich vergab. Dann überschlugen sich die Ereignisse und das Spiel nahm eine ähnliche Intensität an, wie beim jüngsten Aufeinandertreffen beider Clubs in der Champions-League-Saison 2004/05: Erst forderten die Hanseaten nach einem Foul an Marin einen zweiten Strafstoß, der ihnen jedoch verwehrt wurde (54.). Eine Minute später sah Banega nach einer Tätlichkeit gegen Marin Rot. Doch die Hausherren zeigten sich von der Hinausstellung ihres bis dato besten Spielers keineswegs geschockt und Juan Manuel Mata traf nach einer starken Kombination zum überfälligen 1:1 (57.). Kurz darauf verhinderte Wiese in höchster Not gegen Silva die Führung für die Südeuropäer (63.). Die Hausherren spielten weiterhin beherzt nach vorn. Werder versäumte es dagegen, die sich bietenden Konterchancen in Ruhe auszuspielen. Wiese avancierte endgültig zum Garanten für das Remis, als er einen Kopfball von Silva mit einem überragenden Reflex zur Ecke abwehrte (77.). Sanchez hatte auf Seiten Valencias Glück, dass Borowski per Kopf (82.) und Pizarro (90.) das Tor nur knapp verfehlten.

Die Partie im Überblick:

FC Valencia - Werder Bremen 1:1 (0:1)
Tore: 0:1 Frings (24., Foulelfmeter), 1:1 Mata (57.)
Zuschauer: 40.000
Schiedsrichter: Martin Atkinson (Großbritannien)
Rote Karten: Banega nach einer Tätlichkeit (55.)
Gelbe Karten: Cesar Sanchez, Marchena, Hernandez - Frings, Pasanen, Borowski, Bargfrede, Naldo, Wiese

Valencia: Cesar Sanchez - Miguel, Navarro, Dealbert, Alexis (46. Alba) - Marchena, Banega - Hernandez, Silva, Mata (76. Joaquin) - 7 Villa (82. Baraja)
Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Frings, Borowski - Marin (61. Bargfrede), Özil (76. Jensen), Hunt - Pizarro - Trainer: Schaaf

Autorin/Autor: Henning Strüber, NDR Online
Stand: 11.03.2010 23:00
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