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Vom Hufschmied zum Sieg: Springreiter Lars Nieberg hat beim internationalen Turnier in Braunschweig den mit über 80.000 Euro dotierten Großen Preis gewonnen. Der 46-Jährige aus Homberg/Ohm, der einen PKW im Wert von 35.000 Euro erhielt, setzte sich am Sonntag beim Höhepunkt der Löwen Classics mit Lord Luis als schnellster Starter des Stechens durch. Hinter dem zweimaligen Mannschafts-Olympiasieger belegte der Brite Robert Whitaker mit Casino den zweiten Platz. Dritter wurde der Ire Denis Lynch mit Abberuail vor dem Niederländer Albert Zoer mit Uraya. Nieberg musste vor seinem Erfolg ein paar bange Minuten überstehen. In der Vorbereitung verlor sein Holsteiner Wallach ein Hufeisen, das vom Turnierschmied wieder angenagelt werden musste. Dank der Zustimmung seiner Mitbewerber konnte er als letzter Starter ins Stechen gehen. Dort sorgte er mit einer fehlerfreien Runde in 39,76 Sekunden dafür, dass der Sieg im Großen Preis zum zweiten Mal nach 2009 in Deutschland blieb. "Der Schmied hat ihm Sprungfedern eingebaut", scherzte Co-Bundestrainer Heinrich Hermann Engemann. Bemerkenswert: Nieberg reitet Lord Luis erst seit einem knappen halben Jahr. Nach einer Verletzung seines Kollegen Alois Pollmann-Schweckhorst hatte er den Wallach übernommen.
Zuvor hatten die ausländischen Reiter bei den wichtigsten Prüfungen von Norddeutschlands zweitgrößtem Hallenturnier die Nase vorn. Das Championat gewann Whitaker. Der 27 Jahre alte Brite, Sohn der Springsport-Legende John Whitaker, setzte sich am Sonnabend im Sattel von Casino als schnellster Starter der Siegerrunde durch. Dahinter folgte der Schwede Rolf-Göran Bengtsson mit Quintero, der zuvor das Zeitspringen um den Gold-Cup mit dem Hengst Casall gewonnen hatte. Von den einheimischen Teilnehmern war im Championat Janne Friederike Meyer (Schenefeld) die beste. Sie kam mit Lambrasco auf Rang vier.
Überragender Dressurreiter in Braunschweig war Hubertus Schmidt. Der Mannschafts-Olympiasieger aus Borchen-Etteln gewann die drei internationalen Prüfungen des Turniers. In der abschließenden Kür siegte Schmidt im Sattel von Hinnerk. Mit 73,95 Prozent setzte er sich vor der Schwedin Anette Christensson mit Normandie (73,45) und der Australierin Kristy Oatley mit Clive (73,10) durch.
1. Lars Nieberg (Homberg) mit Lord Luis 0 Strafpunkte/39,76 Sekunden
2. Robert Whitaker (Großbritannien) mit Casino 0/41,26
3. Denis Lynch (Irland) mit Abberuail 0/41,45
4. Albert Zoer (Niederlande) mit Uraya 4/40,25
5. Marcus Ehning (Borken) mit Küchengirl 4/40,42
6. Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Cash 4/40,64
Der 27-Jährige siegt vor Lars Nieberg und Jereon Dubbeldam. (Meldung vom 15.03.2009)